Barbera_TreRoveri

Barbera Tre Roveri von Pico Maccario von Caro Maurer (Master of Wine) im General Anzeiger besprochen

Beim Piemont denken alle an Barolo und Barbaresco, komplexe und komplizierte, aber auch grandiose Weine aus der Rebsorte Nebbiolo. Über die Rotweine aus der Barbera-Traube dagegen sprach man lange Zeit nicht, man trank sie einfach. Barbera, das war der Alltagswein mit wenig Gerbstoff, dafür viel Säure, der zu den deftigen Speisen des Piemont passte. Zudem war die Sorte immer zuverlässig im Ertrag und so robust, dass sie mit den heißen trockenen Sommern in den Hügeln des Piemont ebenso zurechtkam wie mit den kalten Wintern. Bis in den 1980ern der Winzer Giacomo Bologna auf die Idee kam, Barbera mehr Achtung zu schenken und den Wein in kleinen Eichenholzfässern reifen zu lassen. Dank ihm bringt man heute Barbera den Respekt entgegen, den der Wein verdient. Auch die Brüder Pico und Vitaliano Maccario gönnen ihrem Barbera Tre Roveri zwölf Monate in Holzfässer, zeitgemäß in größeren Fässern von 500 bis 3500 Litern, um deren Würze nicht zu viel Spielraum einzuräumen. Dieser ist beim 2018er vor allem der dunklen Beerenfrucht (Brombeere, Maulbeere) und der gelierten Kirschfrucht vorbehalten. Florale Noten von Veilchen, die Würze von Piment und die Süße von dunkler Schokolade ergänzen das Aromenspektrum. Barbera ist, wie auch der Tre Roveri, nie ein Leichtgewicht und wirkt trotzdem wie beflügelt durch seine markante Säure. Ein Wein, der es gut und gerne mit jeder Art Fleisch vom Grill aufnimmt.

Caro Maurer, Master of Wine

Im General Anzeiger veröffentlicht.